Tourismus

Der Feldstein

Wer rund um Lengfeld unterwegs ist und die stille Schönheit der thüringischen Landschaft entdecken möchte, sollte dem Feldstein unbedingt einen Besuch abstatten. Dieses markante Naturdenkmal ist weit mehr als nur ein großer Stein am Wegesrand – es ist ein Stück Erdgeschichte, ein Zeugnis vergangener Zeiten und zugleich ein besonderer Ort zum Innehalten.

Mitten im Wald gelegen, wirkt der Feldstein fast wie zufällig dort abgelegt. Tatsächlich erzählt der imposante Basaltfelsen von gewaltigen natürlichen Kräften, die die Region über Jahrtausende geformt haben. Seine besondere Erscheinung macht ihn zu einem spannenden Ziel für Naturfreunde, Wanderer und alle, die auf ihren Ausflügen gerne kleine Besonderheiten abseits der bekannten Wege entdecken.

Gerade das macht den Reiz des Feldsteins aus: Er ist kein lauter Sehenswürdigkeitspunkt, sondern ein stiller Ort mit eigener Ausstrahlung. Wer hier ankommt, erlebt die Landschaft ganz bewusst – mit einer Atmosphäre, die Ruhe und Ursprünglichkeit vermittelt. 

Auch für Familien ist der Ort interessant, denn Naturdenkmäler wie dieses regen zum Staunen und Fragen an: Woher kommt dieser Stein? Warum liegt er genau hier? Solche Orte machen Geschichte und Geologie auf anschauliche Weise erlebbar. Eine Wanderhütte lädt zum Verweilen und Picknicken ein.

Der Feldstein bei Lengfeld steht damit sinnbildlich für die vielen kleinen, oft übersehenen Schätze der Region. Wer Thüringen nicht nur über seine bekannten Städte und Burgen kennenlernen möchte, sondern auch über seine Landschaft und stillen Besonderheiten, findet hier ein lohnendes Ziel

Einmal im Jahr, am Pfingstsonntag, findet traditionell das „Feldsteintreffen“ statt. Dann wandern die Bewohner der umliegenden Orte schon morgens zum Feldstein und verleben bei Musik und Thüringer Rostbratwurst einen geselligen Tag.

Seinen Ursprung hat das Feldsteintreffen im Jahr 1922. Damals suchten Sänger aus der Umgebung einen Ort, an dem sie gemeinsam singen und feiern konnten. Auch während der Zeit der DDR blieb das Feldsteintreffen bestehen – allerdings unter veränderten Rahmenbedingungen. Zeitzeugenberichte und regionale Presseartikel zeigen: Das Treffen war weiterhin ein beliebter Anlaufpunkt, wurde aber zunehmend von staatlichen Strukturen beeinflusst oder zumindest beobachtet, wie viele öffentliche Zusammenkünfte dieser Zeit. Ein markanter Einschnitt: 1978 fand das letzte Feldsteintreffen zu DDR-Zeiten statt. Danach kam die Tradition zunächst zum Erliegen. Gründe lagen unter anderem in organisatorischen Einschränkungen sowie im allgemeinen Wandel des gesellschaftlichen Lebens in der späten DDR.

Erst nach 1990 wurde das Feldsteintreffen wieder ins Leben gerufen – und knüpfte erstaunlich schnell an alte Traditionen an. 

 
Seitdem wächst die Veranstaltung wieder kontinuierlich. Heute kommen die Besucher zu Fuß über die alten Wege, mit Fahrrädern, mit Traktoren und Kutschen oder sogar hoch zu Ross. Ein paar Wenige trauen sich auch, den Berg mit dem Auto zu erklimmen, was aber nur verzeihlich ist, wenn man mit sehr jungen oder sehr alten Angehörigen zum Feldsteintreffen unterwegs ist. Diese Vielfalt zeigt: Das Treffen ist kein nostalgisches Relikt, sondern lebendige Gegenwart.
 

Kirche

Seit vielen Jahrhunderten steht die Lengfelder Kirche im Mittelpunkt des Dorfes. Sie gehört zu den ältesten Bauwerken der Umgebung und war lange Mutterkirche mehrerer umliegender Orte. Ihre Ursprünge reichen bis in die romanische Zeit zurück. Der markante Turm, die Emporen im Innenraum und die historische Orgel prägen bis heute ihr Erscheinungsbild. Zugleich zeugen sie vom Engagement vieler Dorfbewohner, die diese Kirche über die Jahrhunderte hinweg erhalten haben.

Auch heute ist die Dorfkirche ein Ort der Begegnung im Ortsteil Lengfeld. Sie verbindet Tradition und Gegenwart und bietet Raum für Gottesdienste und gemeinschaftliche Veranstaltungen.

Ein besonderes Augenmerk sollte man als Besucher auf den beeindruckenden Sternenhimmel der Kirche richten. Die aufwendige Restaurierung des durch eindringendes Wasser beschädigten Kirchenhimmels wurde zum großen Teil durch Spenden finanziert. Eine besondere Spendenaktion stellen dabei die „Sternenpatenschaften“ dar: ganz nach dem Motto „ein Stern, der deinen Namen trägt“ kann man einen der goldenen Himmelskörper mit dazugehöriger Urkunde im eigenen Namen oder als Geschenk für liebe Menschen erwerben. 

Ein weiterer Höhepunkt ist das Kirchenfenster hinter dem Altar, welches vom Künstler Karl Völker gestaltet wurde, der seine künstlerischen Spuren im vergangenen Jahrhundert in vielen thüringer Kirchen hinterlassen hat.

Nicht zuletzt lohnt sich der Besuch, um die wechselnden Ausstellungen lokaler Künstler zu besichtigen, die unsere Kirche in den Sommermonaten schmücken oder eine der zahlreichen Kulturveranstaltungen zu genießen, die von Gemeindekirchenrat und dem Kulturkirchenverein organisiert werden.